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In der Adventszeit war es für diesen kleinen Schmetterling anscheinend nicht zu kalt. (Foto: EMS/ Jeric)
07. Januar 2017

Vom Kalten ins Warme

Alisa

Alisa

Jordanien
leistet ihren Freiwilligendienst in einer integrativen Blindenschule
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Weihnachten und Silvester in Jordanien

Über Weihnachten übernachteten wir in Amman bei unserer Mentorin Christine. Dort durften wir bereits schon ein paar Male übernachten – wir sind ihr dafür immer wieder dankbar! In der deutschen evangelischen Gemeinde Amman gab es Heiligabend einen Gottesdienst, an dem wir teilnahmen. Ich freute mich sehr, dass ich sowohl inhaltlich alles verstand und mir die Liturgie sehr vertraut war. Anfangs irritierten mich die deutschsprachigen Begrüßungen, das legte sich dann aber. In Irbid besuche ich jeden Sonntag den Gottesdienst der anglikanischen Kirche. Dieser ist auf Arabisch und auch der Aufbau war mir anfangs sehr fremd. Nach dem Gottesdienst waren wir gemeinsam mit Stephan (dem Freiwilligen aus Salt), Christine, ihrem Mann, dem Pfarrer und seiner Frau Essen. Mit traditionellem arabischen Essen ließen wir es uns gut gehen und kamen schnell ins Gespräch. Im Anschluss daran trennten sich unsere Wege und Julia und ich sind mit zu Christine gegangen. Dort gab es Bescherung: Wir hatten ein Geschenk für Christine, sie hatte Süßes für uns und auch wir beschenkten uns natürlich gegenseitig mit Geschenken von unseren Eltern und eigenen. So klang der Abend aus.

Am nächsten Tag gingen wir zum Boulevard, um uns den größten Weihnachtsmarkt Jordaniens anzusehen. Der ist nicht vergleichbar mit Deutschland und da wir vormittags dort waren, war nicht viel los und es dauerte nicht lange bis wieder gingen. Um 16 Uhr fanden wir uns in wieder in der deutschen Gemeinde ein, um beim Kochen zu helfen. Die Tafel wurde aufgestellt und gedeckt. Neben dem Kochen unterhielten wir uns viel, um die anderen Gäste kennenzulernen. Es ist sehr interessant, aus welchen Gründen die anderen in Jordanien sind und wie sie ihr Leben gestalten. Gegen 18 Uhr, als auch weitere Leute eintrafen, die nicht beim Kochen helfen konnten, begann das Abendessen: mit selbstgemachter Kartoffelsuppe, Rotkraut, Salat, Spätzle, Braten, Salaten, Tiramisu und Glühwein haben wir es uns schmecken lassen. Wie du siehst, haben wir ein sehr deutsches Weihnachten gefeiert.In unserer Gemeinde in Irbid hätten wir an Heiligabend und am 25. Dezember zu einem Gottesdienst gehen können. Da aber Elhams Mutter gestorben ist, hat sich die gesamte Familie in Amman eingefunden, um sich noch einmal gegenseitig zu trösten. Elham ist unsere Gastmutter. In Jordanien ist es Tradition das erste Fest nach dem Tod eines Familienmitgliedes nicht richtig zu feiern, sondern mit der gesamten Familie zusammenzukommen. Wir wären also alleine zuhause gewesen und das war für uns keine richtige Option.

Silvester waren wir mit zwei weiteren Freiwilligen aus Kanada in Aqaba. Die Stadt liegt im Süden Jordaniens und auch im Winter sind es dort noch fast 20 Grad Celsius. Für uns eine willkommene Abwechslung, da wir hier in Irbid sehr viel frieren – Irbid liegt im Norden Jordaniens und hier haben wir Winter. Es ist nicht ganz so kalt wie in Deutschland, aber dafür unangenehmer. Denn in den Häusern ist es fast genauso kalt wie draußen. Viele, so auch wir, haben einen Gasheizofen, mit dem wir einen Raum heizen können. Mit diesem wird der Raum schnell warm, sobald wir ihn aber ausschalten, wird es auch genauso schnell wieder kalt. Wir sind schon Freitag mit dem Bus angereist und machten uns mit der Stadt ein wenig vertraut. Aqabas Zentrum ist nicht sehr groß und wir erlangten schnell einen Überblick. Weil 2016 bald enden würde fand eine Parade des Militärs statt und es gab darüber hinaus noch eine kleine Show: Fallschirmspringer, deren Fallschirme in den Farben verschiedener Flaggen waren, sprangen aus einem Hubschrauber, Flugzeuge flogen in unterschiedlichen Formationen und auch Taucher waren da. Anlass war das "great Arab revolt centennial"

Am 31. Dezember verbrachten wir den halben Tag am Strand in der Sonne. Nachmittags ging es zurück um etwas zu essen. Im Anschluss ruhten wir uns aus, da es bis Mitternacht noch eine ganze Weile dauern würde. Um halb 12 Uhr liefen wir wieder zum Strand. Wir hofften dort das Feuerwerk mit ansehen zu können. Um kurz vor zwölf Uhr war es dann so weit: Von einem Boot aus wurden die Feuerwerkskörper gezündet. 26 Minuten lang waren Funken am Himmel zu sehen. Auch Silvester wird anscheinend nicht sehr groß gefeiert. Kaum Menschen haben sich am Strand versammelt und am Himmel war nur noch das Feuerwerk auf israelischer Seite zu sehen. Und das war auch schon alles. Am nächsten Tag traten wir den Heimweg an. Ich wünsche Dir ein tolles 2017!

Alisa

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Am 25. Dezember waren wir auf dem Boulevard, der abends deutlich schöner aussieht. Dann leuchten die Lichter. (Foto: EMS/Jeric)
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Von diesem Strandteil aus haben wir uns das Feuerwerk am Silvesterabend angesehen. (Foto: EMS/ Jeric)