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Goa-Reise über Weihnachten und Silvester (Foto: EMS/Hartmann)
Goa-Reise über Weihnachten und Silvester (Foto: EMS/Hartmann)
13. Februar 2025

Halbzeit

Salome

Salome

Indien
Schule für Mädchen
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Hallo zusammen,

Wir haben Mitte Februar, sind somit schon fast 5 Monate hier, was auch so viel bedeutet wie Halbzeit! Ich dachte es wäre für meinen dritten Blogbeitrag interessant einmal über die erste Hälfte meines Freiwilligendienstes ein bisschen zu reflektieren, zusammenzufassen was ich eigentlich schon gelernt und erlebt habe und auch einen Ausblick auf die zweite Hälfte zu geben, denn ich glaube diese wird noch einmal ganz anders sein. 

Geendet hat für mich die erste Hälfte meiner Zeit hier in Indien eigentlich mit dem Zwischenseminar Ende Januar, zu welchem deutsche Freiwillige aus ganz Indien nach Chennai gereist sind, wir dort eine Woche zusammen verbracht und unsere Erfahrungen ausgetauscht haben. Es war total interessant zu hören, was Andere zu erzählen haben und wie verschieden doch jeder Freiwilligendienst ist obwohl wir alle in ähnlichen Situationen hier sind. Vor dem Seminar waren meine Mitfreiwillige Harriet und ich um ehrlich zu sein in einer Phase, in der wir ziemlich frustriert waren was unsere Einsatzstelle und unsere nicht vorhandenen Aufgaben anbelangt. Ich persönlich war auch einfach enttäuscht, dass ich noch nicht so angekommen bin, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber das Seminar hat mir da tatsächlich ziemlich geholfen zu verstehen, dass jeder Freiwilligendienst individuell ist, und wir nunmal an einer echt großen, teilweise sehr unüberschaubaren Schule leben und arbeiten, was es natürlich schwer macht gleich enge Kontakte aufzubauen. Ob das noch kommen wird, oder wir bis zum Ende hier als Gäste wahrgenommen werden weiß ich nicht, aber ich finde mich mit dem Gedanken immer mehr ab und kann mittlerweile die Umstände auch besser akzeptieren und die kleinen Dinge genießen. Zu diesen vermeintlich kleinen Dingen (es klingt nach einer Kleinigkeit, doch für Harriet und mich war es schon eine große Sache) gehört auch die erste Aufgabe, die wir nun offiziell bekommen haben! Jeden Abend dürfen wir nun 1-2 Stunden die „study time“ der jüngsten Mädchen aus den Hostels betreuen. Hier lernen wir jeden Tag ein paar neue Englisch Vokabeln zusammen und versuchen auf spielerische Weise ihnen ein paar Dinge beizubringen. Da viele Kinder kaum Englisch sprechen, ist es immer noch schwer Beziehungen aufzubauen, doch wir merken wie wir Stück für Stück das Vertrauen einiger Schülerinnen gewinnen können. Das ist ein richtig wichtiger Schritt für uns um noch ein bisschen mehr hier anzukommen und versüßt uns unsere Tage hier deutlich. 

Was ich auch auf jeden Fall mitnehme aus der ersten Hälfte meines Freiwilligendienstes ist, dass ich mich mehr an das Tempo hier anpassen muss. Was ich teilweise als unzuverlässig wahrgenommen habe, ist einfach eine andere Herangehensweise und ich muss sagen es tut auch ehrlich mal gut sich nicht super strickt an Zeiten oder Abläufe zu halten und festzustellen, das ja so auch alles klappt. Ich beginne die Spontanität und Flexibilität hier zu schätzen und werde auch immer besser darin einfach mal ohne schlechtes Gewissen zu spät zu kommen :) 

Die Zeit vor dem Zwischenseminar habe ich viel damit verbracht mich mit anderen Freiwilligen oder Einsatzstellen zu vergleichen und auf irgendein Ziel, das ich in meinem Kopf festgelegt hatte, hinzuarbeiten. So nach dem Motto: „Ja, in zwei Monaten dann werden wir so richtig angekommen sein“. Mittlerweile weiß ich, das ganze Jahr hier ist ein Lernprozess und man ist nicht irgendwann an dem Punkt, wo man dann einfach angekommen ist. Jede Woche in der Einsatzstelle bringt etwas Neues mit sich, und auf jeder Reise, die ich machen werde, werde ich etwas Neues lernen und sehen. 

In diesem Sinne freue ich mich jetzt auf die zweite Hälfte, auf die Besuche von Familie, auf die längeren Ferien im Mai, wo wir auch noch die Gelegenheit haben werden, Indien ein bisschen zu erkunden und natürlich auf die verbleibende Zeit in der Capron Hall, die ich nutzen werde so gut es geht.

Bis bald

Eure Salome

 

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Feier auf dem Campus mit den älteren Schülerinnen (Foto:EMS/Hartmann)
Feier auf dem Campus mit den älteren Schülerinnen (Foto:EMS/Hartmann)
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Blick auf die Dächer von Madurai (Foto:EMS/Hartmann)
Blick auf die Dächer von Madurai (Foto:EMS/Hartmann)

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