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Silvester bei den Hot Springs (Foto: EMS/Schmorrde)
Silvester bei den Hot Springs (Foto: EMS/Schmorrde)
07. Februar 2026

Von Festen und Ferien

Margarete

Margarete

Jordanien
Schule für gehörlose und taubblinde Kinder
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Hallo,

in diesem Blog möchte ich euch zuerst von meiner Advents- und Weihnachtszeit am HLID erzählen, später berichte ich noch von der restlichen Zeit meiner Ferien. Schon ziemlich früh, Mitte November, wurde begonnen, das ganze Schulgelände weihnachtlich zu schmücken. Es wurden Weihnachtsbäume aufgestellt, Lichterketten und Fake-Tannengrün aufgehängt und Krippen aufgebaut. Auch ich habe mein Zimmer ein wenig geschmückt und eine Lichterkette und natürlich einen Herrnhuter Stern aufgehängt. Aber so richtige Weihnachtsstimmung wollte sich bei mir ohne das kalte Wetter, Zeit mit der Familie und Weihnachtsmärkten nicht einstellen. Ende November wurde es dann aber doch schnell recht kalt, vor allem, weil es drinnen fast genauso kalt ist wie draußen. Deshalb heißt es, viele Schichten anziehen und mit mindestens drei Decken schlafen.

Im Dezember haben wir an einem Tag mit den Kindern Plätzchen gebacken. Ina, die auch aus Deutschland kommt und an der Schule arbeitet, hatte alles vorbereitet, und so konnten die Kinder Plätzchen ausstechen und Schokocrossies machen.

Am Tag, bevor die Kinder in die vierwöchigen Winterferien entlassen wurden, gab es eine Weihnachtsfeier. Alle Schüler:innen hatten in Gruppen Performances einstudiert, bei denen sie zu Musik gebärdeten. Das war sehr beeindruckend und schön, da alle synchron und zum Takt der Musik gebärdeten - obwohl sie diese ja gar nicht hören können. Auch die taubblinden Kinder und die Erstklässler hatten eine Performance vorbereitet. Danach kam der Weihnachtsmann herein, und alle Kinder haben Geschenke bekommen.

Zwei Tage später war dann die Weihnachtsfeier für alle Mitarbeitenden. Es gab ein sehr kreatives Programm mit Bingo, Losen und einer Bilderschau, bei der erraten werden musste, welche Person auf dem jeweiligen Bild gemeint ist. Zum Beispiel waren auf dem Bild nur die Hände der Person zu sehen. Die Feier wurde mit einem gemeinsamen Essen abgerundet, und kurz darauf war ich plötzlich ganz allein in der Schule.

Den 24. Dezember habe ich gemeinsam mit Ina und Freunden von ihr verbracht. Wir haben zusammen Maqloubah gekocht, Weihnachtslieder gesungen und Ligretto gespielt. Maqloubah ist ein häufig gegessenes und sehr beliebtes Gericht, bei dem Hühnchen und das vorher frittierte Gemüse zusammen mit Reis in einem Topf geschichtet und gekocht wird. Nach ca. einer Stunde kann der Topf umgedreht und der Inhalt auf einen großen Teller gestürzt werden. So konnte ich sogar am 24. schon Weihnachten feiern, obwohl hier üblicherweise erst am 25. gefeiert wird.

Am 25. Dezember war morgens um 10 Uhr der Weihnachtsgottesdienst in der Kirche hier auf dem Schulgelände. Danach wurde ich von Father Jamil, dem Schulleiter und Pastor, und seiner Familie zum Essen eingeladen. Wir waren in einem sehr schicken libanesischen Restaurant in Amman und haben ein sehr leckeres Essen genossen.

Silvester habe ich mit Ina und einer Freundin von Ina in Ma’in bei den Hot Springs verbracht. Das sind heiße Quellen, die im Sommer bis zu 65 ° C heiß sind, im Winter aber nur ungefähr 45° bis 55°. Das heiße Wasser kommt in Wasserfällen von Felsen herab und bildet einen Fluss, der ins Tote Meer mündet. Die Natur ist wunderschön dort. Im Tal ist es grün durch den Fluss, und rundherum ragen die kargen Berge empor. Das Wasser in den Quellen war sehr heiß, aber angenehm. Länger als zehn Minuten im Wasser hat man es aber nicht ausgehalten. Wir drei hatten dort eine sehr schöne und entspannte Zeit.

Mit Rania und Jeremias, den Freiwilligen von der Theodor Schneller Schule in Amman, war ich später noch eine Woche in Jordanien unterwegs. Zuerst sind wir mit dem Bus nach Akaba ans Rote Meer gefahren. Dort war es im Vergleich zu Amman oder Salt angenehm warm, und wir konnten baden und schnorcheln. Es gibt dort Korallenriffe mit einer Vielzahl an verschiedenen Fischen, die auch gar nicht weit entfernt vom Strand liegen. Nach zwei Tagen sind wir weiter in die Wüste Wadi Rum gefahren. Dort war es eisig kalt und sehr windig. Wir haben das Camp sehr gemocht, was vor allem an der Gastfreundschaft und lockeren Art der Beduinen lag. Eigentlich wollten wir nur eine Nacht dort bleiben und am nächsten Tag mit dem Bus weiter nach Petra. Uns wurde gesagt, dass 17 Uhr ein Bus fährt. Also sind wir mit dem Jeep los zum Busplatz. Dort stellte sich heraus, dass an dem Tag doch kein Bus mehr nach Petra fährt, und so wurden wir eingeladen, noch eine Nacht im Camp zu bleiben. Das Angebot haben wir natürlich dankend angenommen, und am nächsten Tag ging es dann weiter nach Petra.

Ich bin sehr dankbar für die Ferien und dass, was ich in dieser Zeit erleben und unternehmen durfte. Mittlerweile sind schon wieder drei Wochen Schule hier am HLID und für mich ist wieder der Alltag eingekehrt.

Vielen Dank auch für euer Interesse. Ich hoffe, es geht euch gut, und ihr hattet eine gesegnete Weihnachtszeit und seid gut in das neue Jahr gestartet.

Bis zum nächsten Mal

Margarete

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Plätzchen backen mit den Kindern (Foto: EMS/Schmorrde)
Plätzchen backen mit den Kindern (Foto: EMS/Schmorrde)
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Performance bei der Weihnachtsfeier (Foto: EMS/Schmorrde)
Performance bei der Weihnachtsfeier (Foto: EMS/Schmorrde)

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