
Ferien im ARI
Hallo zusammen,
ich hoffte, ihr alle hattet einen guten Start ins neue Jahr. Hier im ARI hatten wir eine schöne Zeit zwischen den Jahren. Am 25. hatten wir eine große Weihnachtsfeier – nicht am 24., so wie wir das in Deutschland gewohnt sind. Tatsächlich mussten wir an diesem Tag noch arbeiten. Wir hatten nämlich den Boden im Klassenzimmergebäude gewachst, damit er im nächsten Jahr schön aussieht und uns hoffentlich lange erhalten bleibt.
Während der Adventszeit war ich nicht wirklich in Weihnachtsstimmung, aber am 25. änderte sich das. Der Christbaum stand festlich geschmückt mit Christbaumkugeln und Lichterketten, während ein Feuer im Kamin knisterte. Abends hatten wir dann eine große Feier. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brachten alle Essen mit und zusammen genossen wir die leckeren Gerichte. Zum Nachtisch gab es Früchte und Plätzchen, die wir Volunteers selbst gebacken hatten.
Nachdem wir uns alle den Bauch vollgeschlagen hatten, spielten wir zusammen ein Weihnachtsspiel mit lustigen Verkleidungen – natürlich alles im ARI-Thema. Zum Beispiel gab es Engel, die Yukatas trugen, und anstelle von Esel und Ochse gab es Ziege, Huhn und Schwein. Danach spielten wir noch ein Geschenkespiel. Es war sehr lustig, und der Abend hat mir richtig gut gefallen.
Mit Weihnachten begannen auch die Ferien. Das bedeutete, dass wir viel Freizeit hatten und insgesamt nur sechs Aufgaben erledigen mussten, zum Beispiel kochen oder sich um die Tiere kümmern. Wir Volunteers hatten in dieser Zeit viel zusammen unternommen und unsere Freundschaft durch gemeinsames Ramenessen und Ausflüge gestärkt. Es war schön, sich besser kennenzulernen und neue Kraft für das kommende Jahr zu schöpfen. Alle waren merklich entspannter. Insgesamt war es sehr ruhig ohne die Participants – wir vermissen sie alle ein bisschen.
Silvester war ebenfalls sehr spaßig. Abends aßen wir kalte Sobanudeln. Mir wurde erklärt, dass es ein Brauch sei, diese an Silvester zu essen. Außerdem dürfe man keine Nudel übrig lassen, weil das zu Pech im neuen Jahr führen solle. Danach liefen wir Volunteers zum nahegelegenen Nogi-Schrein. Es war sehr kalt, doch wir konnten uns an heißer Suppe und japanischen Leckereien wärmen. Rund um den Schrein gab es viele Stände, die Essen verkauften.
Kurz vor Mitternacht stellten wir uns an, um den Göttern, die im Schrein verehrt wurden, zu danken. Viele Leute waren dort, um ihren Respekt zu zeigen, weshalb es ziemlich lange dauerte, bis wir an der Reihe waren. Als wir noch in der Schlange standen, wurde es Mitternacht. Wir zählten den Countdown herunter und wünschten uns ein frohes neues Jahr.
Nach einiger Zeit erreichten wir schließlich den Altar. Wir verbeugten uns, klatschten in die Hände und machten einen Wunsch. Danach warfen wir Geld in den dafür vorgesehenen Geld-Kasten und verbeugten uns nochmals. Am meisten Glück sollen Fünf-Yen-Münzen bringen. Anschließend kauften wir noch einen Glücksbringer, der auch eine Zukunftsvorhersage enthält. Ich hatte "Glück" – allerdings ist das nur die niedrigste Stufe. Trotzdem hoffe ich, dass es für 2026 ausreichend sein wird.
Was mir außerdem überraschend positiv aufgefallen ist, ist, dass niemand Raketen abgeschossen hat. Es gab kein Feuerwerk und kein lautes Knallen. Das ist auf jeden Fall besser für die Umwelt und die Tiere.
Ein weiteres Highlight der Ferien war mein Ausflug nach Tokio. Am letzten Tag bin ich mit drei weiteren Volunteers mit dem Zug in die Innenstadt Tokios gefahren. Da es gleichzeitig der letzte Ferientag für viele Japanerinnen und Japaner gewesen war, war alles ziemlich überfüllt. Unter anderem sind wir zur berühmten Shibuya-Kreuzung gelaufen. Danach besuchten wir noch den Meiji-Schrein, der einen sehr schönen Standort mitten im Wald hat. Das verleiht dem ganzen Ort eine besondere, fast magische Atmosphäre.
Nach einem leckeren Abendessen in einem Ramen-Restaurant fuhren wir schließlich wieder gemeinsam zurück zum ARI. Insgesamt hatte mir der Tag sehr gut gefallen. Es war wirklich spannend zu sehen, wie das Leben in einer riesigen Großstadt ist.
Vielen Dank für's Lesen.
Bis zum nächsten Mal



Kommentare
Kommentar schreiben