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Gruppenfoto von den Freiwilligen (Foto: EMS/Beerlage)
Gruppenfoto von den Freiwilligen (Foto: EMS/Beerlage)
10. Oktober 2023

Mein erster Eindruck in einer neuen Welt

Aaron

Aaron

Japan
Landwirtschaftszentrum
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Meine Erfahrungen des ersten Monats

Hallöchen an alle Leser.

Ich bin jetzt schon eine ganze Weile in meiner Einsatzstelle angekommen und genieße die Zeit hier sehr. Es fühlt sich so an, als ob ich erst Vorgestern angekommen bin, obwohl ich hier schon einen guten Monat bin. Hier kommt man sehr schnell in den Workflow rein, aber davon erzähl ich später mehr. Erst mal fang ich meine Erzählung mit der Anreise an:

Nach dem tränenreichen, aber auch schönen Abschied meiner Familie am Sicherheitsgate, ging es nach kurzem warten und einer halben Stunde Verspätung auch schon in den Flieger. Da meine Mutter mich nicht auf irgendeinem großen Flughafen in einem anderen Land verlieren wollte, durfte ich direkt von Frankfurt aus nach Tokio (Henada) fliegen. Der 13-stündige Flug ging dank 3 Blockbustern und einer Stunde Schlaf recht schnell vorbei und da hinter mir die Reihe frei war (in die ich mich darauf hinsetzte) hatte ich auch genug Platz im Flieger. Dort war meine Reise aber nicht vorbei. Nach der Visakontrolle, in der ich eine Residencial Card für ein Jahr bekommen habe, durfte ich noch für 3 Stunden, mit mehreren Zügen nach Nasushiobara fahren. In der Fahrt durch Tokio und den umliegenden Städten hatte ich oft das Gefühl, das man hier oft mehr in die Höhe als in die breite baut. Seis bei den Häusern die oft dünne 6+ Stöckige Gebäude waren, oder bei den Autos, die alle irgendwie etwas zu dünn schienen. Trotz oder wegen dem ist das meiste Wunderschön, was auch daran liegt, dass es hier so viel Grün gibt, was gefühlt grün ausstrahlt.

Ich wurde von Jack, meinem Mentor und einem anderen Staff (Mitarbeiter) abgeholt und wir sind gemeinsam ca. 10 min mit dem Auto zum ARI (Asian Rural Institut) gefahren. An der Stelle ist es vermutlich mal nötig das ARI vorzustellen: Das Asian Rural Institut ist eine „Landwirtschaftsschule“, in der Teilnehmer von überall aus der Welt, aber bevorzugt aus Süd-Asien, Süd-Amerika, Afrika und Japan einen Kurs absolvieren können. Dieser geht 9 Monate und beginnt im April und endet im Dezember. In dieser Zeit werden sie zu Rural Leader (Landwirtschaft´s Führer) ausgebildet, welche nach dem Abschluss des Programms in ihrer Heimat hoffentlich von Nutzen sein können. In der Zeit, die sie in Japan verbringen lernen sie viel über die landwirtschaftlichen Aspekte, wie Bete machen, bepflanzen der Bete, eigene nicht-chemikalische Pestizide Herstellen, wie auch den Umgang mit Tieren (Hühner, Ziegen, Schweine). Ihnen wird aber auch etwas über das Zusammenleben in einer sehr diversen Community gezeigt und wie man anderen etwas beibringt, Verantwortung übernimmt und alles Mögliche organisiert. Und ich als Freiwilliger, versuche bei allem etwas anzupacken. So helfe ich auf dem Feld wie auch bei den Tieren. Zurzeit bin ich auch in der Küche, in der wir für ca. 50 Personen 3 Mahlzeiten am Tag kochen (3-mal Reis) wie auch im Office eingetragen, in dem man sich um ein paar organisatorische Dinge kümmert. Hier treffen viele verschiedene Nationen und Kulturen aufeinander, so sind wir mit unseren ca. 50 Personen aus ungefähr 18 verschiedenen Nationen, und in diesen Ländern aus verschiedenen Ecken. Da passt das Motto vom ARI gut dazu: „That we may live together“  (Das wir zusammen leben können), welches auch das übergeordnete Ziel des ARI ist. Vermutlich wollen viele von euch wissen, was hier so mein Tagesablauf ist, also beschreib ich den mal:

Aufgestanden wird um 6:20. Um 6:30 ist ein 5-minütiges Aufwärmen, in dem man einfach ein paar Bewegungen zu Musik aus dem Radio macht. Danach ist Morning-food-live-work, man kümmert sich da um die Tiere, arbeitet auf dem Feld oder kocht in der Küche das Frühstück. Um 8:15 gibt es dann nach 15 min. Pause endlich Frühstück. Um 9 Uhr 30 ist dann Morning Gathering in welchem immer eine Person etwas erzählt, entweder von seiner/ ihrer Heimat/ Familie oder über ein Thema, was sie interessiert/ von dem sie erzählen wollen. Danach wird bis zum Mittagessen gearbeitet, während die Teilnehmer „Unterricht“ haben. Das gleiche passiert auch nach dem Mittagessen, bis es dann um 5 mit ein paar Pausen dazwischen ins Evening-food-live-work geht. Um halb 7 ist dann Abendessen und danach ist frei. Am Wochenende ist der Tagesablauf am Samstag bis zum Frühstück gleich, aber danach ist dann bis Montag frei.

Das scheint alles nach sehr viel, aber es ist auch irgendwie gut, dass man etwas zu tun hat und nicht nur irgendwo ohne Bestimmung rumsitzt. Es gibt auch immer wieder verschiedene Spezialtage, z.B. hatten wir vor ein paar Wochen 50stes Jubiläum des ARI gefeiert, was viel Vorbereitungszeit gekostet hat aber auch echt sehr schön war. In einer Woche wird Erntedank gefeiert, welches im ARI immer sehr groß aufgezogen wird mit vielen Besuchern und viel verschiedenem Programm. Deswegen gibt es auch immer wieder Vorbereitungstage, damit es nicht so ganz viel auf einmal gibt. Letzten Dienstag haben wir den Reis geerntet, was aber eher eine symbolische Arbeit war, denn wir haben ein Feld zu 60zig in ca. einer Stunde per Hand geerntet, was sonst eigentlich eine Maschine macht.

Und mit den Freiwilligen wird auch immer wieder etwas unternommen, so sind wir letztens auf einen 2486 Meter Hohen Berg gewandert und waren danach noch im Onsen, was echt lustig und cool war, denn man hatte soooo einen schönen Ausblick und mir ist dann am Berggipfel auch wieder klar geworden, das Japan eigentlich aus Vulkanen besteht, da dort Vulkanstein in unterschiedlichsten Farben zu sehen ist, was sehr schön war.

Da ich etwas schreibfaul bin, wars das auch schon. Ich hoffe der kleine Einblick in mein Leben hier hat euch gefallen und klärt eventuell ein paar Fragen. Also ganz liebe Grüße aus Japan.

Aaron

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Mein Erstes Bild im neuen Land (Foto: EMS/Beerlage)
Mein Erstes Bild im neuen Land (Foto: EMS/Beerlage)
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Reisernte (Foto: EMS/Beerlage)
Reisernte (Foto: EMS/Beerlage)

Kommentare

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Andrea 04. November 2023 Deutschland
Das sind wirklich ganz neue Erfahrungen mit Multikuli. Danke dass du deine Erfahrungen mit uns teilst Kannst du dich schon auf Japanisch vorstellen? Was ist ein Ohnsen? Was gibt es außer Reis zu Essen?
Liebe Grüße
Dorothea 10. November 2023 Deutschland
Lieber Aaron,
Das fand ich ganz und gar nicht schreibfaul! Vielen Dank für den kurzweiligen Text. Ich glaube, du bist da am richtigen Platz gelandet. Zu deinem morgigen Geburtstag sende ich dir herzliche Grüße und weiterhin gute Erfahrungen und Spaß im ARI!
Alles Liebe, Dorothea
PS: Ich will auch wissen, was ein Ohnsen ist.