11. September 2017

Über die indische Gesellschaft

Jonas

Jonas

Indien
unterstützt eine Schule und ein Heim für Kinder mit Behinderung
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Nach 10 Monaten Indien weiß ich am besten, dass ich nicht genug weiß, um euch ein differenziertes Bild von Indien zu geben. Ich werde dennoch mein Bestes geben.

Indien ist ein Land wie ein Kontinent, es hat unzählige Sprachen und Kulturen sowie Farben und Formen. Alles was du über einen Ort weißt, kann im nächsten schon wieder nichtig sein. Was hier vollkommen normal ist, kann dort schon wieder fehlinterpretiert werden. Was mir jedoch auf all meinen Reisen bei der Vielzahl der Inder, die ich traf aufgefallen ist, ist, dass Inder sehr sozial sind. Es ist gang und gäbe das man mit Fremden die zufällig am gleichen Ort sind, einen ausgelassenen und freundlichen Austausch haben kann. Es scheint mir so, als würde man einem Inder nicht erst beweisen müssen, dass man ein guter oder "kennenswerter" Mensch ist. Nein, sie gehen von Anfang an davon aus und es kostet wahrscheinlich einen guten Aufwand um sie vom Gegenteil zu überzeugen.

Dazu muss man jedoch sagen, dass Inder hauptsächlich in ihren Gesellschaftsschichten verkehren. So gehen die meisten Besserverdiener in Supermärkten einkaufen, die genauso gut in Deutschland stehen könnten bloß mit dem Unterschied, dass einem die Tür aufgehalten wird. Die mittleren und unteren Einkommen hingegen gehen meist in einen der vielen winzigen Läden die nicht größer als Wohnzimmer sind und so voll wie man sie nur räumen kann. Ich weiß deshalb nicht wie es ist, wenn sich zwei Fremde mit eindeutig unterschiedlichen Einkommen treffen. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass der auch nur unwesentlich ärmere den reicheren Mann sehr hochachtungsvoll behandeln würde, da das Verhältnis im Arbeitsleben zu höher Gestellten sehr klar gekennzeichnet ist.