info_outline
Abendaufnahmen auf meinem Arbeitsgelände – Agogo Hospital Campus (Foto: EMS/Uhlenbrock)
09. Oktober 2017

"Don't worry, be happy!"

Lena

Lena

Ghana
unterstützt das Agogo-Hospital
zur Übersichtsseite

Am 04.09. sind wir von Frankfurt nach Accra geflogen. Nun ist endlich der Zeitpunkt gekommen auf den ich mich schon sehr lange gefreut habe. Der Abschied war sehr schwer für mich, dennoch war ich voller Neugier, dieses Abenteuer anzutreten.

Die ersten zwei Wochen verbrachten wir Freiwilligen und unser Mentor in Abetifi, um eine der Landessprachen, Twi, zu lernen. Dies gestaltete sich schwieriger als gedacht. Sie hat leider keinerlei Ähnlichkeit mit Englisch oder gar Deutsch. Im Vormittag lernten wir immer ein paar Stunden mit unserem Lehrer und nach der Mittagspause wandten wir das Gelernte in der Stadt an. Dabei merkten wir sehr schnell, dass die meisten Menschen in Abetifi sehr nett und hilfsbereit sind. Die neu erlernten Sätze in der Stadt anzuwenden hat uns wirklich Spaß gemacht und die Ghanaer haben sich auch darüber gefreut, dass wir an der Kultur teilnehmen, indem wir es versuchten zu sprechen. Dennoch sind wir so manches Mal im Unterricht fast verzweifelt. Unser Lehrer nahm es mit Humor und pflegte den Spruch "Don't worry, be happy".

Nach den zwei Wochen ging es dann für jeden von uns in unsere Einsatzstelle. Für mich hieß das nach Agogo zu fahren und mein neues Zuhause kennen zu lernen. Das Gelände gefiel mir von Anfang an, sowie mein Zimmer in der Ärzte WG.

An meinem ersten Arbeitstag bekam ich den Raum gezeigt in dem ich die Kinder unterrichten und mit ihnen kreativ arbeiten darf. Die Kinder aus der Kinderstation kommen freiwillig zu mir um etwas zu lernen oder sich anderweitig zu beschäftigen, wie Memory zu spielen oder zu malen. Schon als ich das erste Mal zu meinem Klassenraum kam waren die Kinder sehr aufgeschlossen und interessiert. Ich fühle mich dadurch hier auf dem Gelände sehr wohl und willkommen. Am Nachmittag gehe ich meistens mit den Kindern in den Park und spiele Fußball oder Volleyball mit ihnen.

Ich bin aber nicht die einzige von der EMS hier in Agogo. Miriam und Jan leben in der Nähe der Universität und arbeiten dort. Sie wohnen zu Fuß ca. 30 min. entfernt von mir. Zusammen unternehmen wir relativ viel, wie auf den Markt einkaufen gehen, kochen, in der wunderschönen Natur wandern gehen oder abends einfach einen Film schauen.

Agogo ist eine echt schöne Stadt - finde ich. Sie ist nicht sehr groß, aber dienstags und freitags kann man zum Markt gehen und eigentlich alles kaufen, was man so zum leben braucht. Die Stadt liegt in einem Tal und ist umgeben von Bergen. Wir wanderten einmal auf einen der vielen Berge und hatten eine wunderschöne Sicht auf die Stadt und Natur. Dabei begleiteten uns zwei ghanaische Freunde. Auf dem Weg begegnete uns ein Farmer, der uns seinen Arbeitsplatz zeigte. Er besaß ein paar Pflanzen aus denen er Palmöl gewann und destillierte dies zu Alkohol - gefühlt mitten im Wald. Seine Offenheit unserem Besuch gegenüber beschreibt die Kultur der Ghanaer, die ich bis jetzt so mitbekommen habe, sehr gut. Die Menschen hier sind sehr an uns interessiert, aber noch eher wollen sie uns in ihre Kultur einschließen und uns ihre Lebensstile zeigen.
Viele Ghanaer kommen auf mich zu und reden mit mir (meistens auf Englisch) und wollen etwas mit mir unternehmen. Dadurch bin ich (und auch Jan und Miriam) jetzt in dem Chor der Universität. Zwei mal die Woche gehen wir dort abends hin und singen und tanzen mit. Wir wurden dort sehr herzlich aufgenommen und es ist sehr schön, ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Meine Gesangskünste lassen zwar noch ein wenig zu wünschen übrig, aber das kann dann ja nur besser werden!

An sich bin ich wirklich gut angekommen und bin weiterhin sehr gespannt, was ich hier noch alles erleben und kennen lernen werde.

info_outline
Die Hauptstraße durch Agogo an einem Markttag (Foto: EMS/Uhlenbrock)
info_outline
Hier wird Alkohol aus Palmöl hergestellt (Foto: EMS/Uhlenbrock)

Kommentare

Kommentar schreiben